Der Engel trat bei Maria ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete,
der Herr ist mit dir.
In kühnem Schwung bricht der Engel bei Maria ein. Das seiner Natur
nach körperlose Wesen hat einen Leib angenommen, um sichtbar zu sein
und der jungen Frau eine Nachricht zu bringen. Tänzerisch setzt der
Freudenbote seine Schritte, den Stab graziös in der Hand. Einem Liebhaber
gleich bringt er Kunde von dem Kind, das die Jungfrau gebären soll.
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Maria erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß
zu bedeuten habe.
Maria sitzt an einer Bank und hat ein Buch vor sich. Bilder alter Meister
zeigen oft Maria mit der Bibel, als der Engel zu ihr eintritt und deuten
damit an, daß sie bereit war für das Wort Gottes. Andererseits
wird Maria hier nicht mit Schleier gezeigt, ohne den keine Frau sich in
die Öffentlichkeit wagte. Stattdessen sitzt Maria mit offenem, rötlich
schimmernden Haar dem Engel gegenüber: eine sehr intime Szene.
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Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten
wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn
Gottes genannt werden.
Doch nicht der Engel bewirkt, was geschehen soll, sondern Gott. Um das
anzudeuten, fällt Licht aus der Höhe durch ihn hindurch auf Maria.
Der Hintergrund setzt Details der Architektur des umgebenden Kirchenraumes
ins Bild. das will besagen, daß die Quelle aller Gnade Gott selbst
ist, der an diesem Ort wohnt. Hier wird in der Liturgie das Geheimnis der
Menschwerdung gefeiert.
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Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt
hast.
Ergeben legt Maria ihre Hände ineinander. Den Blick hält sie
gesenkt. Ihre ganze Haltung drückt die Bereitschaft aus, Mutter ihres
Herrn zu werden.
Diese Betrachtung von Michael Pfeifer erschien in:
Würzburger Katholisches Sonntagsblatt 145 (1998) Nr.12, S.9.
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